Eine tolle Kritik…

… haben unsere 42 Knaben bekommen, die an dem Mahler-Projekt der Dortmunder Philharmoniker teilgenommen haben. Nachdem sie schon für ihre großartige Leistung gleich nach dem Konzert in der Presse gelobt wurden, ist nun eine Besprechung der CD erschienen. Die Mahler-CD sowie auch weitere Aufnahmen vom Knabenchor können Sie bei uns bestellen.

Hier die Kritik:
Klassik heute vom 13.5.2020

Keine tausend Musiker wie 1910 bei der spektakulären Münchner Uraufführung von Gustav Mahlers Mammut-Sinfonie kamen vor zwei Jahren im Dortmunder Konzerthaus zusammen, sondern lediglich dreihundert, aber das klangliche Resultat war trotzdem gewaltig und brachte den Raum streckenweise zum Bersten. Die Aufstellung der Mitwirkenden war dramaturgisch sinnvoll und in Hinsicht auf die Klangbalance sehr klug: Orchester und Solisten auf dem Podium, die Chöre auf den Emporen. Dabei waren die Herren links und rechts auf den vorderen Seitenrängen, der Knabenchor, flankiert von zwei Damengruppen, hinter dem Orchester positioniert. Diese Raumdramaturgie wurde von den Tontechnikern der Stuttgarter TRITONUS Musikproduktion für die CD überzeugend eingefangen.

Klangorgien und filigrane Soli

Gabriel Feltz, seit 2013 Generalmusikdirektor der Dortmunder Philharmoniker, ist mit Mahlers Achter schon von einer früheren Aufführung in Graz her vertraut, und er hält das Riesenwerk in einem ruhigen epischen Fluß, schafft gleitende Übergänge zwischen den einzelnen Blöcken und baut Höhepunkte organisch auf. Es gibt keine durchgehenden Klangorgien, wozu die Besetzung verleiten könnte, vielmehr wird die dynamische Skala vom fortissimo zum pianissimo fein abgestuft. Immer wieder gibt es Inseln filigranen Musizierens und delikate Instrumental-Soli. Mit dem einleitenden „Veni, creator spiritus“ steigen die beiden Chöre aus Brünn und Bratislava gleich fulminant ein, die in der Folge auch in leiseren Passagen durch runden Klang imponieren, weniger allerdings durch prägnante Diktion. Das Solistenoktett, angeführt von den Profis Michaela Kaune (Una poenitentium) und Iris Vermillion (Mulier samaritana), ist stimmig, wenn auch nicht überragend. Der Bariton Markus Eiche (Pater ecstaticus) erreicht hier nicht seine Bestform. Einen wesentlichen Anteil am Gelingen der Aufführung haben die 42 Sänger des Dortmunder Knabenchors, die – wie ich einem Bericht der Ruhr Nachrichten entnehme – als einzige ihren Part auswendig sangen.

Das Booklet lässt leider mehr als einen Wunsch offen. So hat man auf den hier dringend notwendigen Abdruck der schwierigen Texte verzichtet. Auf dem Besetzungszettel werden den beteiligten Solisten zwar die Stimmfächer, nicht aber die von ihnen verkörperten Partien zugeordnet. Dafür gibt es Künstler-Biographien im leider immer mehr um sich greifenden Marketing Sound, etwa: „Gabriel Feltz ist einer der wichtigsten deutschen Dirigenten der mittleren Generation“ (so steht es auch in seiner Homepage). Haben das die Künstler heute nötig?

Fazit: Für Dortmund war diese Aufführung von Mahlers Achter eine tolle Sache und man versteht den Wunsch der Beteiligten, diese eindrucksvolle Leistungs-Schau auf CD festzuhalten. Eine zwingend notwendige Ergänzung der vorhandenen stattlichen Diskographie dieses Werkes ist diese allerdings nicht.
Ekkehard Pluta [13.05.2020]



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